Erbpacht:

Was ist Erbpacht?

Das Erbpachtrecht oder Erbbaurecht ermöglicht auch das Bauen auf fremdem Grund. Es  gibt es in dieser Form nur in Deutschland. Man bezahlt eine einmalige oder monatliche Zahlung, den Pachtzins  an den Erbpachtgeber/Eigentümer des Grundstückes. Das Erbbaurecht kann auch vererbt oder verkauft und sogar beliehen werden. Wie hoch eine Beleihung möglich ist, steht im Erbpachtvertrag max. 80%.


Als Erbbachtnehmer mieten Sie sozusagen das Grundstück für die Laufzeit, Ihre Pflichten sind aber die des Hauseigentümers.


Das Haus ist Bestandteil des Grundstücks, auf dem es errichtet wurde. Läuft der Vertrag aus oder wird vorzeitig beendet, wird es per Gesetz Eigentum des Grundstückseigentümers.  Als Ausgleich erhält der Nutzer allerdings eine Entschädigung entsprechend den getroffenen Vereinbarungen. Sie liegt bei mindestens zwei Dritteln des allgemeinen Wertes. Es ist in den Verträgen oft die Rede davon, dass die Entschädigung „angemessen“ sein muss. Damit es für die Nutzer bei Vertragsablauf kein böses Erwachen gibt, empfiehlt sich, die Höhe der Entschädigung beziehungsweise die Bemessungsfaktoren schon bei Vertragsabschluss zu vereinbaren.


Oftmals handelt es sich bei den Eigentümern/ Erbpachtgebern um Kirchen oder Kommunen. Da eine Finanzierung des Grundstückes entfällt, kann man mit geringerem Eigenkapital ein Haus kaufen und / oder erforderliche Modernisierungen vornehmen.  Für den Besitz sind Zinsen fällig, die über die gesamte Laufzeit angepasst werden.


Trotzdem sind Erbpachtnehmer rechtlich nicht schlechter als Grundstückseigentümer gestellt. Der Verkauf gestaltet sich zwar meist etwas schwieriger, da der Grundstückseigentümer seine Zustimmung geben muss und auch die verbleibend Länge der Erbpacht ausschlaggebend ist. Ein Recht auf Vertragsverlängerung gibt es nicht, wird aber allgemein von den Erbpachtgebern gerne gewährt.


Ein Erbpachtnehmer muss die Erschließungskosten zahlen, das Haus oder die Wohnung versichern, Sturm-, Brand-, Leitungswasser etc.
Insgesamt gesehen ist der Kauf einer Immobilie auf Erbpacht eine günstige Alternative zur normalem Baufinanzierung, da der Kaufpreis für das Grundstück entfällt.


Das Erbbaurecht ist gesetzlich geregelt in der Erbbaurechtsverordnung von 1919.